Beitrags-Archiv für die Kategory 'Allgemein'

Billiardtisch oder Billardtisch? Überlegungen zu Shop-Optimierung und Orthografie

Freitag, 30. September 2011 11:22

Outdoor Billardtisch “Billjard” [ˈbɪljaʁt] wird Billard geschrieben und nicht Billiard. Das ist völlig klar und trifft auch auf den Tisch zu. Es kommt aus dem Französischen und dort wird es ohne das zweite i, geschrieben. Im Deutschen wird es mit dem Nachklang eines i nach doppel l gesprochen, im Französischen wird “ll” zu “j”. Doch es gibt Gründe, die falsche Schreibweise nicht völlig zu verdammen. Zum einen gibt es eine englische Übersetzung “billiard” oder  ”billiards”. Hiervon gibt es eine Reihe von Varianten, etwa: carom billiards, three-cushion billiards, pool billiards oder pocket billiards, Danish pin billiards, Russian billiards, auch bekannt als Russian pyramid. In einer sehr populären Form heißt das Spiel Snooker, eine Bezeichnung, die sich auch immer mehr in Deutschland durchsetzt. Im englischsprachigen Raum werden alle diese Sportarten als billiard sports oder cue sports bezeichnet. Angesichts der großen Bereitschaft der Deutschen, fehlerhafte englische Schreibweisen zu übernehmen (Curry statt Kari, Pyjama statt original Pajama) oder gar den englischen Genitiv mit Apostroph (Kati’s Lädle), steht wohl langfristig auch einer Übernahme von Billiard nichts mehr im Wege. Es wäre sogar eine relativ lautrichtige Wiedergabe.

“Billiardtisch” in der Shop-Optimierung

Zum Shop-SEO Aspekt der Sache: Auf www.best-goods.de ist uns eine außerordentlich große Zahl an Google-Zugriffen mit “Billiardtisch” aufgefallen. Schuld war natürlich der Datenerfasser. Der hatte die falsche Schreibweise eingetippt, ohne vorher im Duden nachzusehen. In einer sofort einberufenen Teamsitzung diskutierten wir, ob wir ihm danken oder ihn verdammen sollen und wie mit dem Thema fehlerhafte Schreibweise weiter verfahren wird. Eines war klar: wenn wir es jetzt richtig schreiben, wird die Zahl der Zugriffe auf Billiardtische sinken. Wir entschieden uns für eine Kompromisslösung: Sowohl die falsche als auch die richtige Schreibweise soll im Shop bleiben. Der Datenerfasser darf ab und zu mal einen Fehler machen. Schließlich ist es nicht unsere Aufgabe, die Menschheit über die Orthografie von Billard zu belehren. Selbst die Dudenredaktion verfährt so ähnlich. Taucht eine falsch geschriebene Sprachvariante nur häufig genug auf, wird sie irgendwann als richtig anerkannt. – Der Tag ist sicherlich nicht mehr fern, an dem auch  brilliant statt brillant und Billiett statt Billett als völlig korrekt gelten werden.

Lars Göhler

Thema: Allgemein, eastpress intern

Semantik in der Online-PR

Sonntag, 7. August 2011 8:18

Über die “Bedeutungslosigkeit” des World Wide Web

Das Web wird semantisch, so haben es die großen Suchmaschinenbetreiber Google, Yahoo und Microsoft (bing) beschlossen. ‚Schön’, werden Sie sagen. ‚Semantik ist die Lehre von der Bedeutung. Hatte das Web also bisher keine Bedeutung?’ – Die Antwort des Semantikers hierzu lautet: ‚Es war nahezu völlig bedeutungslos.’ Schwer vorzustellen, aber er hat recht. Die Worte und Bilder, die wir im Web gefunden haben, waren von sich aus mit keinerlei Bedeutung verbunden. Die Bedeutung, also der Verweis des Zeichens auf das, wofür es steht, fand in unserem Kopf statt, nicht im Internet.

Das soll sich nun ändern. Das Web soll selbst wissen, wovon es redet; die dort gebrauchten Worte sollen mit Bedeutungen verbunden werden. – ‚Mit welchen Bedeutungen?’ werden Sie fragen. Und dies ist wirklich keine einfache Frage. Normalerweise verweist eine sprachliche Form nicht direkt auf einen realen Gegenstand, sondern auf einen Begriff, eine Vorstellung in unserer Geisteswelt. Hier von einer eindeutigen Bedeutung zu sprechen wird schwierig, weil jeder sich etwas anderes unter einem Wort vorstellen kann. Google, Yahoo und Bing haben das Problem erkannt und eindeutig festgelegt, was man sich unter was vorstellen kann (Philosophen und Sprachwissenschaftler zermartern sich seit Jahrhunderten darüber das Gehirn und sind noch zu keiner akzeptierten Lösung gekommen). Sie haben zusammen eine Website eröffnet und das hineingeschrieben, was man eindeutig bezeichnen kann (schema.org): ‚Kreative Arbeiten’ und ‚Nicht-Text-Objekte’ klingen ein bisschen obskur, aber mit ‚Ereignissen’, ‚Organisationen’ und ‚Personen’ kommen wir doch wohl einigermaßen zurecht.

Was bedeutet das alles nun für die PR? – In einem ersten Blick auf die Branche fühlt man sich versucht zu sagen, wir müssen anfangen, schwülstige Phrasen durch bedeutungshaltige Informationen zu  ersetzen. Datenvervielfältigung im Web wird weitgehend sinnlos. Es bedeutet aber noch einiges mehr für die Online-PR. Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren wollen, fragen Sie doch einfach uns.

Thema: Allgemein, dies und das

Besiegelt Google das Ende der Online-PR?

Dienstag, 15. März 2011 9:44

Pressemitteilungen in PR-Plattformen einzustellen, war bisher ein sehr effizientes Mittel, den eigenen Seiten eine gute Trefferposition bei Google zu verschaffen. Der Suchmonopolist hat nun an den Algorithmen gedreht, so dass Content-Farmen, Plattformen, die fremde Inhalte in Massen publizieren, aus dem Index ausgeschlossen werden. Die neuen Suchroutinen werden zunächst in den USA angewendet und in den nächsten Monaten auch auf Deutschland ausgedehnt.

Nun gibt es hier eine große Anzahl von Sites, die ausschließlich von solchen Inhalten leben: fremde Pressemitteilungen, nur leicht überarbeitete Inhalte, Vervielfachung von Content, den es schon irgendwo anders gibt. Nahezu alle Presseportale gehören dazu. Bisher hat Google auf diese das Konzept des „duplicate content“ angewendet. Vor allem in Google News wurde die vermeintliche Originalquelle hervorgehoben und in Untereinträgen und Links auf andere Quellen verwiesen, in denen sich der gleiche Inhalt findet. In Zukunft wird, wenn Google das Angekündigte wahr macht, hier nur noch ein Link stehen und die Duplikate werden nicht mehr gelistet, ja wahrscheinlich nicht einmal mehr im Google Index erfasst.

Ist diese Überarbeitung des Suchalgorithmus bei Google nun sinnvoll oder hätte es nicht auch die Technik mit dem duplicate content getan? – Wenn verfolgt, wie manche PR-Agenturen das Web mit ihren Pressemitteilungen hundertfach vollmüllen, möchte man den Google-Strategen recht geben. Ein Ende dieser PR ist in vieler Hinsicht wünschenswert. Ein fader Nachgeschmack bleibt dennoch: Google hat als Monopolist in Sachen Internetsuche eine neue Branche der News-Verteiler und Suchmaschinenoptimierer geschaffen. Wenn man hier an den Stellschrauben dreht, geht immer sofort eine ganze Reihe dieser Geschäftsmodelle den Bach hinunter. Aus dem offiziellen Google Blog: “We can’t make a major improvement without affecting rankings for many sites. It has to be that some sites will go up and some will go down.”

Was soll eine Online-PR-Agentur also jetzt tun? Die Antwort gibt Google und es ist vielleicht nicht die schlechteste: Originelle Inhalte mit Qualität schaffen. Bleibt nur zu hoffen, dass Google dann auch wirklich die Spreu vom Weizen trennen kann.

Thema: Allgemein, dies und das

Was ist Public Relations oder Öffentlichkeitsarbeit?

Mittwoch, 5. Mai 2010 13:57

Public Relations muss mitunter schwierige Dinge für  die Öffentlichkeit verständlich erklären können.Über die Aufgaben von PR gibt es immer wieder Konfusionen. Von “Drückerkolonnen” über stundenlange Herumtelefoniererei bis zu “Werbung” reichen die Interpretationen des Aufgabengebietes. Deshalb hier ein paar Erklärungen: Öffentlichkeitsarbeit ist die deutsche Übersetzung für das englische public relations. Gemeint ist damit die Teilnahme von Unternehmen und Institutionen am öffentlichen Diskurs, an der sozialen Kommunikation. Ein wichtiger Teil der Public Relations ist die Pressearbeit. Unternehmen und Institutionen veröffentlichen Pressemitteilungen. Diese richten sie nach Möglichkeit an Kommunikationszentren wie Tageszeitungen, Fachjournale oder Internet-Plattformen. Darüber hinaus können sie Pressekonferenzen geben oder mit Aktionen versuchen, die Aufmerksamkeit der Medien zu erlangen.
PR wird häufig mit Werbung verwechselt. Doch die Arbeitsweise beider unterscheidet sich stark. Sie haben unterschiedliche Zielgruppen. PR wendet sich an Kommunikatoren, Verteiler von Nachrichten wie Zeitungsredakteure oder inzwischen auch Google. Werbung wendet sich direkt an den Kunden. Werbebotschaften enthalten alle ein “Kauf mich!”, sozusagen eine kommunikative Einbahnstraße. PR-Botschaften sind Gesprächsangebote, Informationen, die in der Perspektive des Unternehmens formuliert werden und dafür gedacht sind, an der öffentlichen Kommunikation teilzunehmen. Sie enthalten eher eine Botschaft in dem Sinne: “Lassen Sie uns darüber reden!”.
In manchen Fällen kann Öffentlichkeitsarbeit weit effektiver sein als reine Werbung. Vor allem in den Fällen, wo der Adressat ernst genommen werden will und Gesprächsbedarf zu den Angeboten des Unternehmens hat. Es gibt sogar ein Buch, das behauptet: “PR ist die bessere Werbung” (El und Laura Ries, Frankfurt 2003).

Weitere Informationen dazu finden Sie beim PR- und Werbeexperten Google.

Thema: Allgemein, eastpress intern

eastpress relaunch

Mittwoch, 28. April 2010 10:06

Nachdem die Eastpress-Seite seit über zehn Jahren fast im gleichen Layout und gleicher Technik im Web gestanden hat, haben wir uns  gedacht, dass es Zeit ist, in die Welt des Web 2.0 einzutauchen und eastpress eine neue Gestalt zu geben. Die Weblog-Software WordPress ist ein ideales Werkzeug dafür. Niemand ist heute mehr mehr mit dem Netscape Navigator 4.7 unterwegs, in dem die Seite so ausgesehen hat wie im neuesten Browser.  Das Profil hat sich geändert: eastpress ist jetzt ein Netzwerk, das stärker auf (Online-) Public Relations und  weniger auf Werbung etc. fokussiert ist.

Thema: Allgemein, dies und das, eastpress intern, Pressemitteilungen

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