Besiegelt Google das Ende der Online-PR?

Pressemitteilungen in PR-Plattformen einzustellen, war bisher ein sehr effizientes Mittel, den eigenen Seiten eine gute Trefferposition bei Google zu verschaffen. Der Suchmonopolist hat nun an den Algorithmen gedreht, so dass Content-Farmen, Plattformen, die fremde Inhalte in Massen publizieren, aus dem Index ausgeschlossen werden. Die neuen Suchroutinen werden zunächst in den USA angewendet und in den nächsten Monaten auch auf Deutschland ausgedehnt.

Nun gibt es hier eine große Anzahl von Sites, die ausschließlich von solchen Inhalten leben: fremde Pressemitteilungen, nur leicht überarbeitete Inhalte, Vervielfachung von Content, den es schon irgendwo anders gibt. Nahezu alle Presseportale gehören dazu. Bisher hat Google auf diese das Konzept des „duplicate content“ angewendet. Vor allem in Google News wurde die vermeintliche Originalquelle hervorgehoben und in Untereinträgen und Links auf andere Quellen verwiesen, in denen sich der gleiche Inhalt findet. In Zukunft wird, wenn Google das Angekündigte wahr macht, hier nur noch ein Link stehen und die Duplikate werden nicht mehr gelistet, ja wahrscheinlich nicht einmal mehr im Google Index erfasst.

Ist diese Überarbeitung des Suchalgorithmus bei Google nun sinnvoll oder hätte es nicht auch die Technik mit dem duplicate content getan? – Wenn verfolgt, wie manche PR-Agenturen das Web mit ihren Pressemitteilungen hundertfach vollmüllen, möchte man den Google-Strategen recht geben. Ein Ende dieser PR ist in vieler Hinsicht wünschenswert. Ein fader Nachgeschmack bleibt dennoch: Google hat als Monopolist in Sachen Internetsuche eine neue Branche der News-Verteiler und Suchmaschinenoptimierer geschaffen. Wenn man hier an den Stellschrauben dreht, geht immer sofort eine ganze Reihe dieser Geschäftsmodelle den Bach hinunter. Aus dem offiziellen Google Blog: “We can’t make a major improvement without affecting rankings for many sites. It has to be that some sites will go up and some will go down.”

Was soll eine Online-PR-Agentur also jetzt tun? Die Antwort gibt Google und es ist vielleicht nicht die schlechteste: Originelle Inhalte mit Qualität schaffen. Bleibt nur zu hoffen, dass Google dann auch wirklich die Spreu vom Weizen trennen kann.

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