Google legt den Schalter um: quantitative Suchmaschinenoptimierung war gestern, semantische Suche ist heute!

Die Kolibri-Revolution bei Google setzt ganz auf strukturierte Daten, deren Relation und Bedeutung

Manche bezeichnen dies als die größte Änderung des Suchalgorithmus bisher: das Hummingbird-Update. Alle großen Veränderungen sehen anfangs meist sehr unscheinbar aus: die Erfindung des Buchdrucks, das Ende der Pubertät oder der Untergang des römischen Reiches. Scheinbar ist zunächst alles beim alten geblieben. Die Ranking-Statistiker vermelden buiness as usual, kleine großen Änderungen, Details, aber nichts weltbewegendes. Kein Bibelschreiber wird arbeitslos, kein Jugendlicher wird normal und kein Kaiser wird abgekanzelt. Dennoch geht irgendwas nicht mit rechten Dingen zu. Alles läuft wie unter einem anderen Vorzeichen. Gesichter tauchen auf, Bewertungen, Schnipsel, die man vorher nicht gesehen hat. Wettervorhersagen, Kinopläne, Flüge und Event-Ankündigungen. Das alles irgendwie zwischen den Zeilen. Google selbst lässt verlauten, dass die Veränderung etwa 90% aller Suchergebnisse betrifft.

Google hat Ernst gemacht. Es war alles seit langem angekündigt: keine Vervielfältigung von Inhalt mehr, es gibt im Internet keinen Grund, irgendetwas zweimal zu haben. Stattdessen einzigartiger, strukturierter Inhalt. Für alles gibt es einen Knoten, einen Ursprung. Und nur der ist wichtig.

Man kann Google hassen und das Geschäftsmodell sowie den Umgang mit Nutzerdaten verdammen, aber eins bleibt: in diesem Punkt haben sie einfach recht! Und was jetzt wie ein Tsunami auf uns zurollt, ist eine Liste unserer früheren Sünden. Wir habe verdoppelt und vervielfältigt! Wir haben verteilt und verhundertfacht! Backlinks, Texte, Bilder! All das wird uns jetzt als strafbare Sünde ereilen und noch im Jenseits des semantischen Web verfolgen. Doch wie können wir das sühnen? Wie können wir wieder gutmachen, das wir das Internet „zugemüllt“ haben mit sinnlosem Content? Eine Beichte ist zu wenig. Erstaunlicherweise verlangt ja, oh heilige Einfalt, auch keiner von uns Buße. Google war mit seiner Ranking-Politik selbst schuld daran. Die hat sich jetzt geändert. Wir sollen, glaubt man Google, einfach nur eins tun: endlich zur Sache kommen, einfach nur sagen, was wir meinen. HTML5, Mikrodaten oder RDFa-Markup sind da erstmal ein gangbarer Anfang.

„Do something cool!“ ist eine der besten Anweisungen für Suchmaschinenoptimierung, die in irgendeinem Video bei Google vorkommt. Hören wir als auf uncoole Dinge zu tun, weil das Google nicht mag und weil wir das nicht mögen und weil, ehrlich gesagt, auch niemand „da draußen“ so richtig mag. Die PR-Szene wurde in den letzten Jahren durch die online-Medien ziemlich entblößt. Schwamm darüber! Fangen wir an, das zu tun, was uns der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners Lee, die Großmutter, die Mutter, der Berufsschullehrer, der Professor oder die Lieblingsfreundin vielleicht schon vor zehn Jahren gesagt hat: „Start making sense!“.

Links:

Tim Berners Lee beim TED über verlinkte Daten

Aufgesang über das Hummingbird-Update

sistrix über das Update des Google-Algorithmus

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